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EZB-Zinsentscheidung: endlich die Zinswende oder doch nur eine verschobene Erhöhung? | ||||||||
Gemäß der Vorhersage vieler Analysten (auch des BWL-Boten) hat die EZB auf ihrer Sitzung gestern den Leitzins unverändert gelassen. Sie reagiert damit auf die Turbulenzen, die seit einigen Wochen vom US-amerikanischen Subprime-Hypothekenmarkt ausgehend die Finanzwirtschaft weltweit durchschütteln. Auch die Bank of England (BoE) hat die Zinsen gestern nicht erhöht. Aber ist das jetzt auch die Zinswende oder nur eine vorübergehende Verschnaufpause?
Bisher kann man den Zinstrend nämlich als geldpolitisches Pendant zum Aufschwung an den Gütermärkten sehen, und der ist im wesentlichen vom produktiven Sektor insbesondere in China getrieben, also kaum spekulativer Natur. So hat die US-Notenbank 17 Zinserhöhungen in Folge hinter sich und die EZB ebenfalls in einer Vielzahl von kleinen Zinsschritten zu jeweils einem viertel Prozentpunkt die Verknappung und Verteuerung auf dem Gütermarkt reflektiert. Und dieser Trend wird in Europa, speziell in Deutschland, noch durch Ökosteuern, die Zwangsernährung an der Zapfsäule und die Verknappung der Lebensmittelversorgung verschärft. Und natürlich durch die Merkelsteuer. Diese Politik richtet sich anscheinend konsistent auf die Austrocknung des produktiven Sektors zugunsten der Finanzwirtschaft - auf Kosten des Verbrauchers und des Unternehmers gleichermaßen. Kann diese Politik aber auch nach Ausbruch der Hypothekenkrise fortgesetzt werden? Nach dem Innehalten bei der EZB schaut die Welt auf Ben Bernake: entscheidet auch die FED am 18. September die Zinsen nicht mehr weiter zu erhöhen, oder gar zu senken, könnte dies tatsächlich eine Zinswende werden. Verbraucher, Investoren und nicht zuletzt auch Arbeitslose werden sich für diese Lockerung bedanken, denn sie belebt die Märkte. Kritiker wenden hier stets ein, daß eine Lockerung des Zinsregimes inflationäre Tendenzen erzeuge, die zu bekämpfen gerade erste Pflicht der EZB sei. Das steht zwar so im Lehrbuch, ist aber so anscheinend nicht mehr ganz richtig. Denn die inflationären Tendenzen der letzten Zeit sind eben kein geldpolitisches Phänomen mehr, sondern ein güterpolitisches. Und neben der Nachfrage aus Asien haben bezahlen wir im wesentlichen die hausgemachte Öko-Ideologie in Gestalt der Teuroflation. Doch wenn die Ursache keine geldpolitische ist, helfen auch geldpolitische Instrumente nicht mehr weiter. Hoffentlich sieht die EZB das ein - und unterstützt die Märkte nicht nur mit Liquiditätsspritzen in Gestalt von Tenderverfahren, sondern mit einer generellen Lockerung der Zinsschraube. Links zum Thema: Die EZB in der Zwickmühle, oder warum sich Inflation und Finanzmarktkrise nicht vertragen | Hühner, Gänse und Schweine, oder worum es bei der Hypothekenkrise wirklich geht | Explosion einer Steuer: die Mineralölsteuer seit 1950 | Biokraftstoffquote: die Zwangsernährung an der Zapfsäule | Lebensmittelpreise: haben wir etwa immer noch nichts dazugelernt? (interne Links) Hinweise auf relevante Inhalte der BWL CD: [Lexikon]: "EU, Organe der", "EU, Tätigkeitsgebiete der", "EU, Ziele der", "EU-Recht", "Euro, Einführung des", "EZB-Zins", "Mineralölsteuer", "Ökosteuer", "Zinsen", "Zinsfuß, gesetzlicher". [Manuskripte]: "EU Skript.pdf", "Euro.pdf", "Geldpolitik.pdf", "VWL Skript.pdf". [Manuskripte]: "Zinsen BB und ECB.xls". |
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Im Gedenken an Harry Zingel, ✟ 12. August 2009
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